Preisfindung für (Online)-Selbständige

Preisfindung

Wie finde ich den richtigen Preis für meine Online-Dienstleistung? Eine Frage die sich viele stellen. Welche Preis ist der richtige damit ich auf der einen Seite über die Runden komme, aber auf der anderen Seite auch wettbewerbsfähig bin? Die Preisfindung in der Selbständigkeit ist aber mehr als einfach nur ein „pi mal Daumen“ Schätzpreis.

Es gibt einige Faktoren, die du beachten solltest:

Deine eigene Kostenstruktur

Es bringt dir nichts, deinen eigenen Preis festzulegen, der sich zwar nett anhört, mit dem du aber deine Kosten nicht decken kannst. Deshalb ist es im ersten Schritt unglaublich wichtig, dass du deine eigenen Kosten kennst. Denn diese müssen ja jeden Monat aufs Neue gedeckt werden. Mache dir dazu in einer Excel Tabelle eine Auflistung, die alle monatlichen und jährlichen Fixkosten enthält.

Ich habe dir hierfür extra einen Preisrechner erstellt, in dem du deine Kosten/Arbeitszeit und Einnahmen gegenüberstellen kannst, um so den optimalen Stundensatz für dich zu finden. Hier geht es zum Preisrechner:

Deine Kapazität

Für deine Preisfindung ist es essenziell zu wissen, wie viele Stunden du faktisch überhaupt berechnen kannst. In der Selbständigkeit sind das nämlich manchmal gar nicht so viele. Du musst dir das so vorstellen: In der Selbständigkeit, gerade am Anfang, machst du von der Buchhaltung, über das Marketing, Social Media, Kundenpflege und so weiter alles selbst. Diese Zeit wird aber nicht bezahlt. Daher muss die Zeit, die du dir von Kunden bezahlen willst, auch GUT bezahlt werden. Werde dir daher bewusst darüber, wie viele Stunden du pro Tag/Woche effektiv „verkaufen“ kannst und auch willst.

Die Konkurrenz

Natürlich ist es bei der Preisfindung auch nicht ganz unerheblich zu schauen, was denn die Konkurrenz so macht. Zu groß in die Waagschale sollte dieser Faktor aber nicht geworfen werden. Sei dir darüber bewusst: Es gibt für jede Preisstruktur Kunden! Das beste Beispiel dafür sind Autos. Ein Porsche- Fahrer würde sich wahrscheinlich niemals einen Ford kaufen, obwohl er günstiger ist. Mach dir das wirklich bewusst: Bei Preisen gibt es kein richtig oder falsch. Wenn du dich richtig positionierst und den Mehrwert deiner Dienstleistung klar kommunizieren kannst, dann ist der Preis zweitrangig. Du musst einfach „nur“ schaffen, dass die Menschen genau bei DIR kaufen möchten.

Dein Wohlfühlpreis

Das Wichtigste ist, dass DU deinen Preis vertreten kannst und hinter ihm stehst. Denn das strahlst du aus. Wenn du zu wenig verlangst und bei jedem neuen Auftrag denkst „Ach gar keine Lust für dieses Geld zu arbeiten, das deckt meine Kosten bei Weitem nicht,“ dann merkt das dein Kunde! Genauso auch bei einem hohen Preis. Stelle dir die Frage, ob du bereit wärst, diesen Preis für das Wissen, welches du vermittelst zu zahlen. Wenn ja-PERFEKT! Dann wirst du auch andere davon überzeugen können. Wenn NEIN– dann solltest du nochmal ran an die Preisfindung.

Zu diesem Thema haben wir auch eine Podcast Folge aufgenommen, höre gerne mal rein:

Die unterschiedlichen Preisfindungs-Strategien

Die Vorgehensweise bei der Preisfindung, die ich euch genannt habe, ist eine Preisfindung aufgrund des eigenen Bedarfs! Du definierst deinen Preis danach, was für dich sinnvoll ist, um mit deinem Business überlebensfähig zu sein. Für mich eindeutig die beste Variante, denn es bringt dir wie gesagt nichts, wenn dein Preis zwar TOP ist, du deine Kosten aber nicht decken kannst.

Trotzdem gibt es noch andere Preisfindungs-Strategien, zwei davon möchte ich dir hier ganz kurz vorstellen.

Preis-Strategie: Ausrichtung am Kunde

Finde heraus, was dein Kunde bereit ist für deine Dienstleistung zu zahlen. Dein Preis wird also nach dem Nutzen für den Kunden bestimmt und davon, was er für diesen Nutzen bereit ist zu zahlen. Hierbei ist es besonders wichtig, in deiner Marketing-Kommunikation ganz klar herauszuarbeiten, welchen Mehrwert (bestenfalls auch in finanzieller Sicht) du deinem Kunden liefern kannst. Um herauszufinden, welchen Preis ein Kunde dafür bereit ist zu zahlen, lohnt sich eine Marktanalyse in Form einer Umfrage, oder aber die Einbeziehung von Testkunden, die den Service testen und danach ihr Preis-Empfinden dazu abgeben.

Positionierung im Mittelfeld

Viele Unternehmer, die mit der Preisfindung überfordert sind, positionieren sich im Mittelfeld und fühlen sich so auf der sicheren Seite. Das Problem: Wenn sich dein Preis im Mittelfeld bewegt, dann bewegst wahrscheinlich auch du dich im Mittelfeld. Du hast keine klare Positionierung und die Gefahr, dass die Menschen vielleicht teilweise aus Preisgründen bei der kaufen, aber dich nicht als Personenmarke wahrnehmen ist sehr groß. Auf Dauer kann das dann zu Schwierigkeiten führen.

Preisfindung: Mein persönlicher Tipp:

Wie gesagt, bei der Preisfindung gibt es kein richtig oder falsch. Im Normalfall kannst du aber davon ausgehen, dass dein Stundensatz in der Selbständigkeit bei mindestens €50,00 liegen sollte. Auch das ist fast noch zu wenig. Rechne mit ein, dass dir keiner deine Urlaubs-und Krankheitstage zahlt. Wenn du ausfällst, verdienst du nichts! Rechne mit ein, dass du den kompletten Krankenkassenbeitrag selbst zahlen musst! Verkaufe dich nicht unter Wert, aber finde deinen persönlichen Preis, den du selbstbewusst an deine potenziellen Kunden vermitteln kannst.

Übrigens, hab ich noch was tolles für dich:

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